28.06.2010

Hamburg, meine Perle - 25.04.2010

Nach einer entspannten Anreise dank eines lieben Mitläufers, der mich mit seinem Wohni in downtown hangover aufgegabelt hatte, kamen wir über die Harburger Berge pünktlich bei den Hamburger Lauffreunden an. Verfehlen konnten wir den Parkplatz gar nicht, prangte dort am Garagentor das Bild der Seppl’s und der Briefkasten war mit einer bayrischen Fahne verziert.

Nach einer herzlichen Begrüßung und einer gemütlichen Runde im Sonnenschein auf der Terrasse und vielen Waffeln und Keksen für alle, ging es zur Startnummernabholung in den Hamburger Hafen. Als perfektes Herdentier trottete ich immer brav hinterher, gut das wir die Handynummern noch ausgetauscht hatten, sonst wäre ich bei Verlustgehung hoffnungslos verloren gewesen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Während wir munter Richtung Hafen schlenderten, kriegten wir spannende erzählte Geschichten aus undercover-Tätigkeitenim Hamburger Hafen erzählt und die Lauferei zum Schuppen war ruckzuck erledigt. Dort wurden wir von noch unbekannten Lauffreunden mit großem Hallo in Empfang genommen, somit war dann die Hälfte der Streakfamily zusammen.

Im Schuppen roch es wunderbar nach Gewürzen und ich fand es sehr angenehm, gleich bei der Startnummernabholung anzufangen, statt sich erst von vorne bis hinten durchwuseln zu müssen. Mir war gar nicht mehr bewusst gewesen, dass ich ein Finisher-Shirt bestellt hatte. In S – allerdings war das dann ein Damen-S und da muss ich wohl noch viel laufen, damit es nicht an mir klebt wie eine Pelle.

Ein bisschen wurde dann noch geshoppt, ich hielt mich wohlweisslich zurück, denn wenn der Kaufrausch erst mal ausgebrochen ist, kenn ich kein Halten mehr. Noch ein letztes Bild von der AIDA-blue gemacht und dann zog die Meute mit der Beute Richtung City, wo wir die letzten der Streakrunnerherde aufsammeln wollten.

In dem Schuppen hatten wir damit angefangen, uns immer mit Startnummer zu fotografieren und jedes Mal wenn einer dazu kam, wurde neu formiert. Diesen Brauch hielten wir auch weiterhin aufrecht, bis dann alle eingetroffen waren. Danach konnte die Pastaparty beginnen. Es war eine gemütliche Runde und wir haben viel gelacht und Spass gehabt und bei dem scharfen Essen würden wir wahrscheinlich alle am nächsten Tag abflitzen wie Schmidts Katze…

Der nächste Tag. Begann mehr oder weniger ausgeschlafen, gut gefrühstückt und mit für alle Eventualitäten präparierten Laufsäcken. Das Wetter versprach bombig zu werden, aber ein bisschen kalt war es noch, beim Abmarsch um 7:10h. Sonntags morgen um die Zeit war fast nur Laufvolk unterwegs, manche schon in voller Laufmontur, so wie wir, andere wollten sich wohl erst kurz vor dem Start lauffein machen. Wir wurden an den Wildpicklern vorbeigelotst (zu denen ich mich dann auch noch zählen durfte) und am Sammelplatz trafen wir noch ein letztes Mal auf die Streakrunnergemeinde, leider fehlten einige - aber wie ich gehört habe, haben sie es ja auch geschafft, an den Start zu gehen.

Bei I stellten wir uns an zusammen mit 15000 anderen Startern. Wir gaben uns alle noch mal die Fünf und dann zog es uns Richtung Startlinie. Für mich der zweitschönste Moment dieses Laufes, mir stand die Pipi inne Augen, vorbei an den jubelenden Menschen, unserem Fanclub, inmitten voller motivierter Läufer, die sich alle auf einen schönen Lauftag freuten. Diese positive Energie war förmlich spürbar für mich. Es lief sich leicht und locker und die Kilometer kamen schneller als gedacht.

Nach Kilometer 10, kurz vor den Landungsbrücken wurden wir mit lautem Getröte und Geklapper von unserem Fanclub in Empfang genommen, die sichtlich auch viel Spass hatten. Der nächste Treffpunkt war Kilometer 31 und bis dahin waren es dann ja rein rechnerisch noch 21 K. Gefühlt wurden sie dann aber nach der Halbmarathonmarke immer länger. So kann’s kommen, aber es ist ja wie es ist… Vorher hatten wir schon die 4:45h Pacemaker überrundet und es lief sich bei strahlendem Sonnenschein gut um die Innenalster und auch um die Aussenalster herum, bis ich mich umdrehte und schaute, wo denn meine Mitläufer bleiben. Was ich sah, sah nicht gut aus. Man war ganz blass um die Nase, es schien nicht gut zu laufen. Also Tempo raus und wir hatten unseren ganz persönlichen Pacemaker. Wer schon mal mit Magenproblemen zu kämpfen hatte, der weiß, dass man sich da am liebsten hinlegen möchte, was aber blöd ist, wenn man gerade einen Marathon läuft. Es wurde sich tapfer durchgekämpft, dazu beigetragen hat sicherlich auch die schöne Strecke, die aufmunternden Jubelrufe der Zuschauer und der Wille, ankommen zu wollen.

Ein ganz besonderer Eindruck für mich war der Hamburger Hafen, mit seinen riesigen Schiffen. Diese majestätischen Kolosse der Meere, von Menschenhand geschaffen, ob man da auch einen Marathon drauf laufen könnte? Das Wetter war jedenfalls einmalig sowie die Stimmung und ein weiterer Lichtblick war unser Fanclub nach Kilometer 31. Fast jeder Läufer der vorbeikam wurde namentlich angesprochen, wie ganz oft an der Strecke. Mein Eindruck war, dass viele so viele Läufernamen wie es nur geht innerhalb kürzester Zeit rufen wollten. Auch eine Art von Marathon. Der Namen-Ruf-Marathon sowie auch viele wohl den Steh-Marathon absolvierten, denn wir waren mittlerweile schon fast vier Stunden unterwegs.

Auf der Strecke konnten wir auch eine andere Streakrunnerin alles Gute für ihren Lauf wünschen, sie sah sehr locker, fröhlich und glücklich aus. Auch eine Siegerin des Tages, so wie auch wir noch Sieger wurden, mittlerweile waren wir von den Walkern eingeholt worden. Man hatte extra noch mal einen Zahn zugelegt, weil wir ins Ziel gequatscht werden sollten. Was auch gelungen ist, denn man hat sich alles noch mal durch den Kopf gehen lassen und danach liefen wir alle gemeinsam Richtung Ziel, zum Schluss Hand in Hand. Wo immer noch Zuschauer standen und natürlich unser Fanclub. So einen schönen Zieleinlauf hatte ich noch nie gehabt, mein schönster Laufmoment!!!

Moin, moin, Hamburg Marathon, dich nehm ich sehr gerne in meine schöne-Laufstrecken-Sammlung auf und vielleicht komme ich sogar nächstes Jahr wieder…

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