29.06.2010

Steffi’s Frühstücksmarathon – Hannover 02.05.2010

Stefanie Eichels hatte zum Hannover Marathon 2010 eingeladen und rund 2000 Marathonläufer meinten wohl, dass kannst haben… Nebenbei haben dann auch noch weitere 13000 andere Läufer in diversen Disziplinen das Wochenende lang die Laufeigenschaften der niedersächsischen Landeshaupt unter die Füße genommen.

Sonntag morgens um 8.00h downtown hangover gleicht einer Geisterstadt. Keine Menschenseele unterwegs, ausser so ein paar Verrückte, die meinen, zur Sonntagsmorgensfrühstückzeit mal einen Marathon zu laufen. Am Aegi steigen mit mir noch 3 andere Laufsäcketragende aus und als wir dann doch geschäftiges Treiben vor dem Rathaus wahrnehmen, geht ein tiefer Seuzfer durch die Laufgemeinschaft und auch mir wird klar. War doch kein Albtraum, die sind nicht ohne dich losgelaufen.

Nachdem ich meinen Laufsack nach zigmaligem Umrunden der Zeltstadt und Befragen von diversen Menschen, die das eigentlich wissen sollten, abgegeben hatte und im grün-schwarz-weißem 96iger Trikot sowie kurzer Hose und langen Socken an der Rathaustreppe ankomme, bin ich auf 180 und ich frier bei 8° kein bisschen. Ein paar Foris treffe ich dort an, sowie einen Mitläufer, der seinen 1ten Marathon laufen wird.

Im blauen Startbereich treffe ich ihn wieder und wir starten gemeinsam. In Berlin brauchte ich 20 Minuten, in Hannover 2 um auf die Startmatte zu kommen… Die Stimmung ist aber super und wir flitzen ab. Ich hatte mir vorgenommen, meine PB zu verbessern und die lange schon fälligen 4:44h abzuhaken. Mein Mitläufer wollte so 4:30h bis 4:20h laufen. Erst mal warmlaufen und schon sind wir auf dem Rudolf-von-Bennigsen-Ufer, rechterhand der Maschsee. Dann wurde es noch grüner und landschaftlicher, die Extra-Runde für die Marathon-Läufer. Die Gegend kannte ich auch noch nicht, aber wir kamen wieder auf der Hildesheimer raus, ziemlich weit oben und es zog sich lang hin. Gottseidank gab des da ab und zu mal eine Musikeinlage, die dann immer wieder dafür sorgte, dass wir recht flott unterwegs waren, aber langsamer werden wir ja von alleine…

Trotz der frühen Zeit waren schon viele Zuschauer unterwegs und motivierten zusätzlich. Ruckzuck waren die ersten 10k um und am Aegi war eine super Stimmung, die dann aber im Innenstadtbereich etwas abflachte, den Tunnel unterm Bahnhof durchlief ich allein, mein Mitläufer war grad mal für kleine Mädchen. Das kannte ich aus Hamburg letzte Woche aber auch anders. In der List hatte er mich dann wieder eingeholt, schöne alte Häuser gab’s da zu sehen, was man sonst gar nicht sieht, mit dem Auto und wohlmöglich auf Parkplatzsuche. Jetzt liefen wir auch wieder auf der gemeinsamen Strecke der HM-Läufer, aber die waren noch nicht gestartet, nur die Fan’s rüsteten schon mal auf. Dann mussten wir uns wieder auf den Upgrade für Marathonläufer begeben, der über die List hinaus nach Vahrenheide und Vahrenwald führte. Immer schön am Kanal vorbei über Brücken hinweg und irgendwann lies ich mich zurückfallen und schickte meinen Mitläufer allein auf seinen Marathon, weil ich meinte, er kann auch noch schneller.

Es war wohl so bei KM 25 und ich lief eine Brücke hoch, allein und oben standen ein paar Trommler, die mich aus meiner Laufkrise raustrommelten und runter ging es schon wie von ganz allein. Den nördlichsten Punkt hatte ich geschafft und es ging wieder zurück Richtung City, immer noch super Stimmung. Kurisose Erlebnisse… Ich lief ja im 96iger Trikot, kam an und für sich ganz gut an, aber meinte doch so ein Schlaffie im Liegestuhl unterwegs zu mir: Kein Wunder, dass die absteigen! Da wäre ich am liebsten umgekehrt und hätte ihm… ähm ja, also nee… liebe Deine Mitmenschen! Oder auf der Vahrenwalder, wo Frankie’s Fat Fighter mittlerweile auch schon unterwegs waren und eigentlich gradeaus weiterlaufen sollten – aber wohl nur auf Nachfrage – während ich nach rechts abgebogen bin. An der nächsten Kreuzung sah ich zwei Fat Fighter, die wohl den Weg zur Kreuzigung genommen hatten, aber dann dankbarerweise erfuhren, dass sie nicht die ersten waren…

Wie gesagt, man war ja früh unterwegs und einer der noch alkoholisierten Nachtschwärmer auf der Vahrenwalder meinte angesichts der gerade auflaufenden Frauenpower… Was, jetzt kommen erst die Weiber???? Putzig war es auch, als ich in einem der vielen Schrebergartengebiete langsamschnell um die Ecke biege und da sitzt der ganze Verein und bejubelt alle Läufer. Dass nenn ich mal eine Überraschung!

Irgendwann trifft man dann auf die Meute der Halbmarathonläufer und irgendwie wurde es da ein bisschen ungemütlich im Läuferfeld, aber nicht bei den anfeuernden Zuschauern. Die waren alle super drauf. Als ich so Richtung Herrenhäuser Allee laufe, werde ich bei ungefähr Kilometer 33 doch etwas sentimental. Denke zurück, als ich da mal als Zuschauer stand und doch der eine oder andere hier schon mal das Gehen anfing. Plötzlich ruft jemand meinen vollen Namen und hat ihn nicht von meiner Startnummer abgelesen. Es sind meine Nachbarn von umme Ecke. Freude und Pipi inne Augen kommt auf.

Die Herrenhäuser Allee geht’s im Gewusel mit den HM Läufern runter und ich bin echt froh, am Herrenhäuser Garten nach rechts zur Kreuzigung rauslaufen zu können. Nehme auch nur ein Kreuz und hänge mich an die 4:30h Pacemaker-Gruppe ran. Hier bin ich zu Hause, das ist meine Strecke und wir plaudern ein bisschen. Hab ich vor Tagen noch gedacht, wenn Du hier vorbeiläufst, dann hast du es so gut wie geschafft und nun ist es soweit. Nach der Ehrenrunde durch den Georgengarten treffen wir wieder auf die halben Helden und ich denke an letztes Jahr, als ich auch einer von ihnen war und seltsamerweise fühle ich mich gar nicht wie Flasche leer.
Dank des Hinweises eines 4:30h-Läufers, dass ich auch schneller als 4:30h laufen könnte, wenn ich wollte, starte ich noch zu einem kleinen Aufholungslauf durch und komme nach 04:27:33h zusammen mit den ersten Läufern des 10k Laufes an. Meine PB habe ich damit um 25 Minuten überboten und wenn ich auch nicht so sehr auf Zeit laufe, es freut mich und ich hab zum ersten Mal das Gefühl eines Dauergrinsens im Gesicht. Haha…

Fazit. Die Marathonstrecke in Hannover gefällt mir von allen Disziplinen vor Ort am Besten und mit 20,00 € Startgebühr in diesem Jahr ist das nicht zu toppen. Ich denke, zum 25jährigen Jubiläum bin ich wieder mit dabei. Bei Steffie’s Frühstücksmarathon.

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