Wer nur kurz wissen will, wie ich es fand, der liest nur diesen Satz: Es war eine super-klasse-gerne-wieder-Veranstaltung. Wer keine Angst vor vielen Worten hat, der kriegt jetzt einen 24h live-Bericht mit fast allen Details.
Läufer oder Zelter? Willste lieber laufen, musste Dir ein Zelt von Aldi & Co. kaufen… So dämlich kann nämlich nur ich sein, anzunehmen, dass ein 14,99 € Zelt etwas für Zelter wäre. Was dem Läufer seine Pace ist, dass ist dem Zelt seine Wasserdichte. Bei dem Läufer entscheidet die Pace über seine Leistungsfähigkeit und bei dem Zelt ebend die Wasserdichte. Insofern passten sowohl ich als auch mein Zelt allerbestens zusammen.
Zusammen waren wir dann zum zweiten Mal in Bad Lippspringe beim 11ten Run for Help angekommen. Nicht ohne dass das Bluesmobil trotz stephanischer Navigation immer knapp am Ziel vorbeigefahren ist. Oder lag’s am Fahrer? Bluesmobil, Aldi-Zelt und Navi-Stephan würden sagen ja. Aber die können ja nicht reden. Ausser Stephan, aber der plappert ja nur nach, was man ihm vorgesagt hat.
Ich war jedenfalls happy, am Arminiuspark auf die Streakrunner-Truppe zu stossen. Wie lieb mir alle sind, kann man daran ermessen, dass ich sie erst begrüsst habe und dann auf’s Klo gestürzt bin. Diesen Ort habe ich im Laufe der nächsten 24h auch ganz viel, viel lieb gewonnen. War es dort doch immer so schön warm. Aber ich schweife ab und übergebe mal an’s Aldi-Zelt.
Aus dem gemütlichen Geschlummer in meiner Bluesgarage entrissen fand es sich plötzlich und völlig unerwartet aufgebaut im Arminiuspark wieder, verziert von zwei Deutschland-Fahnen – hallo, wir haben schliesslich Fussball-WM. Es funzte alles super, ruckzuck stand die kleine Trutzburg unter dem namentlich nicht bekannten Baum – im Gegensatz zu allen anderen Bäumen im Arminiuspark – wasserdichte Reisetasche, weniger wasserdichte Handtasche, Fress- und Getränkepaket sowie absolut wasseraufsaugender Schlafsack und selbstaufblasende Luftmatratze harrten der Dinge die da kommen sollten. Damit wieder zum Ort des Geschehens.
Der Witz des Tages war, als ich feststellte, dass der Berg in der Mitte des Parkes aus dem letzten Jahr nicht mehr da war. Der da wo von dem Arminius gekrönt war. Ich hielt das für eine natürliche Erhebung, jawohl. Nun gut. Wir schritten zur Anmeldung und man kannte mich da schon. Tolle Organisation, also wirklich alles hightechmässig festgehalten. Durfte dann meine Daten vom letzten Jahr ergänzen. Läuferische Ziele und so. Naja. 100k wäre schön. Meine Wunschnummer 11 war schon vergeben - es ging erst bei 17 los. Die Nummern aus dem letzten Jahr sind nicht zurückgegeben worden. Was für ein Ärger aber auch, wer macht denn sowas? Tzzzz. Mich tröstete es ein kleines bisschen, dass die 17 ja die Nummer von Per Mertesacker in der deutschen Fussballnationalelf ist. Aber bitte keine Rückschlüsse von meiner läuferischen Leistung auf Joghi’s Löwen schliessen!! Hier käme dann der Zeugwart ins Spiel: Dank ihr konnte ich ja in den deutschen Nationalfarben auflaufen, also schwarz-rot-gelb. Ok. Wenn ich auf Händen gelaufen wäre, dann wäre es 100%ig hingekommen.
Dann ging sie los die Rennerei und es lief sich ganz gut. So mit allen zusammen. Die Idee stammt ja von Norbert Wille, der leider viel zu früh verstorben ist. Ihn vergessen wird man wohl nie, in BaLi.
Meinereiner ist dann am Samstag 90 Runden über die 620m Distanz gelaufen. Mit Höhen und Tiefen und vielen Gesprächen. Nachdem ich die 50k erreicht hatte, hühnerte ich ein bisschen rum –was mach ich denn jetzt - und begab mich in die Massagestation. Danach war wohl alles auf Entspannung eingestellt. Knie an Kleinhirn. Bin grad so entspannt, hast du noch was vor? Wie wär’s mit kuscheln im Zelt? Großhirn an Kleinhirn. Lass Dich nicht belatschern, wir wollen die 100k schaffen. Kleinhirn kriegte prompt schlechte Laune, weil das Knie so rumquengelte und damit seinen Willen durchsetzte. Also kehrten wir ein in’s Aldi-Zelt. Zwischendurch wurde es auch schon mal frequentiert. Wegen der Regengüsse tagsüber. Wasserdichte Laufjacke abholen und so. Dabei stellte sich heraus, dass die Wasserdichte des Aldi-Zeltes zu wünschen übriglies. Aber man war ja nicht zum Zelten da…
Eingemummelt in den nicht wasserdichten Schlafsack begab ich mich zum Regenerationsschläfchen… unterbrochen von ich-kann-24h-lang-Alkohol-trinken-Wettstreitern. Einer muss Berti geheißen haben oder träumte ich da gerade vom Fußball? Egal. Jedenfalls setzte pünktlich zum letztendlich festgelegten Wecktermin 04.00h der Regen ein und ich drehte mich noch mal um. Nach einer halben Stunde wurde die Stelle allerdings etwas unangenehm kühl und nass. Ok, dann eben raus auf die Piste und drei Runden in eins gelaufen, damit der Streak hält. Das Knie meckerte eigentlich nur immer, wenn ich nicht lief, sondern schlurfmässig ging und das hätte mir zu Denken geben müssen. Hat es aber nicht. Bis ich mal flotten Schrittes meine Runden drehte und ich mich kurz nach dem mittlerweile verhassten Abstieg fragte, ähm, sind wir da gerade vorbei? Hat ja gar nicht wehgetan. Also gut, ich hatte mich gedanklich und rein rechnerisch schon von den 100k verabschiedet und mein Ziel waren dann die 150 Runden.
Dazwischen gab es ein lecker Frühstück, für uns 24h Läufer gratis und noch eine weitere Kaffee-Kuchenpause mit einem Mitläufer. Der dann doch nicht mehr den zweiten Marathon vollmachen wollte. Aber ich wollte und so trabte ich von dannen…
Der neue Tag hatte uns auch neue Mitläufer beschert, die ihre Runden zusammen mit uns drehten. War noch mal was besonderes, wie ich finde. So ganz krieg ich das jetzt 24hmässig nicht hin. Schön war unser gemeinsamer Zieleinlauf, der ja jetzt auch beim 2010 Bericht auf der Website vom Run for Help zu sehen ist.
Es kam dann wie es kommen mußte, es war Schluß mit der Rennerei. Großes Finale und schöner Zieleinlauf. Gemeinsam sind wir stark, würde ich sagen und ich freue mich auf nächstes Jahr!
Sowie mein Bluesmobil, Navi-Stephan, die selbstaufblasende Luftmatratze und der nicht wasserdichte Schlafsack. Wenn es dann heißt. Neues Zelt, neues Glück.
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